Radboud University
Suche.......

Studienwahl

Wie finde ich das richtige Studium für mich?

Vielleicht hast du schon an Berufsberatungstagen in der Schule oder Studienmessen teilgenommen, aber kannst dich immer noch nicht entscheiden welches das richtige Studium für dich ist. Möchte ich an der Fachhochschule studieren oder doch an einer Universität? Soll ich ein Studium wählen, dass ich interessant finde oder eines mit guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Es kann ganz schön schwierig sein, so eine Entscheidung zu treffen und, ob es die richtige Entscheidung war, stellt sich oft erst heraus, wenn man mittendrin ist. Aber Studierenden, die sich vor Studienbeginn gut informieren, sind im Nachhinein zufriedener mit ihrer Studienwahl und erzielen bessere Ergebnisse im Studium. Deshalb haben wir für dich ein paar Tipps zusammengestellt, die dir helfen sollen, dich nicht nur gut zu informieren, sondern vor allem das Studium zu finden, das zu dir passt und mit dem du glücklich wirst.

1. Was will ich wirklich?

Überlege dir zuerst, welche Bereiche du interessant findest. Die Wahl der Abiturfächer kann ausschlaggebend sein für die spätere Studienwahl, doch das muss nicht so sein. Auch wenn dir das Lernen einer Sprache immer leicht fiel, heisst es nicht, dass du ein Sprachenstudium beginnen musst. Denke auch an mögliche Kombinationen. Eine Sprachbegabung kann man z.B. auch in der Wirtschaft optimal nutzen.

Bibliothek der Radboud University in Nimwegen

2. Bücherwurm oder Macher?

Bist du eher der Typ, der sich durch dicke Bücher wälzt, analytisch denkt und gut selbstständig lernen kann, oder lernst du besser durch praktisches Anwenden des Gelernten? Diese Überlegung kann ausschlaggebend dafür sein, ob du ein universitäres Studium beginnen möchtest oder lieber an einer Fachhochschule studieren möchtest. Obwohl vor allem niederländische Universitäten viel Wert auf Praxis und Vertiefung des Gelernten durch Anwendung legen, stehen Analyse und Lektüre im Vordergrund des Hochschulstudiums - im Gegensatz zum Fachhochschulstudium.

3. Recherche beginnt schon vor dem Studium

Mache dir eine Liste von Studienfächern, die dich interessieren und sammele kurze Informationen dazu. Aber auch Handbücher wie Studien- und Berufswahl (Kultusministerium) oder Beruf Aktuell (Bundesagentur für Arbeit) liefern viele interessante Details und mögliche Berufsfelder. Die Möglichkeiten, die du nach einem Studium hast, können manchmal ganz andere sein als du dir vorgestellt hast. Informationen zu all unseren Studiengängen und späteren Berufsfeldern findest du hier.

4. Vertiefen

Du möchtest ein Fach studieren, in dem du in der Schule schon immer gut warst und das dich brennend interessiert? Vorsicht, denn ein Sprachenstudium ist ganz anders aufgebaut als der Unterricht in der Schule. Informiere dich daher gründlich über Studieninhalte und Fächer, die du belegen musst/kannst. An Universitäten kannst du ausführliche Studieninformationen bekommen oder Broschüren aus dem Internet herunterladen. Frage Studierenden, wie das Studium wirklich ist oder nutze die Chance, einen Tag den Studienalltag deines Faches mitzuerleben. So lernst du nicht nur das Studienfach kennen, sondern bereits auch die Universität, Dozenten und Kommilitonen.

5. Sicher ist sicher

Dein Fragen sind noch nicht beantwortet? Du hast Zweifel, ob du wirklich die richtige Wahl triffst? Ein persönliches Gespräch bei dem/r Fachberater:in kann dir nicht nur Antworten geben, sondern auch Ängste nehmen oder vielleicht sogar nochmal zum Nachdenken anregen. Nimm Kontakt auf mit der Studienberatung oder melde dich an zum Tag der offenen Tür der Radboud University.

Um zu schauen, was du brauchst um das Studium deiner Wahl machen zu können, kannst du jetzt unseren Eignungstest E-Check machen. Dort siehst du alle Anforderungen die das Studium an dich stellt und die Zulassungsvoraussetzungen, die du erfüllen musst, um mit diesem Studium beginnen zu können.

Irrtümer bei der Studienwahl

Geschichtssudierende leben in der Vergangenheit. Sportstudierende trainieren den lieben langen Tag in der Turnhalle. Und als Luft- und Raumfahrttechniker fliegt man nach dem Studium zum Mond. Oder? Ob Studieninhalte, Anforderungen oder spätere Berufsmöglichkeiten - falsche Vorstellungen gibt es selbst bei bekannteren Fächern. Das Magazin des Studien- und Ausbildungsmessenorganisators Einstieg hat ein paar Beispiele herausgesucht, an denen du deine Erwartungen prüfen kannst - damit es im Studium kein böses Erwachen gibt.

Jura

Dichtung: Ein Jurastudium ist trocken wie die Sahara, und angehende Juristen sind reine Paragrafenreiter, die dicke Gesetzestexte auswendig lernen müssen.

Wahrheit: Jura ist ein sehr lernintensives Fach, auswendig lernen muss man aber prinzipiell nichts - es ist sogar erlaubt, die Gesetzbücher in Klausuren mitzunehmen und relevante Paragrafen darin nachzuschlagen. Schließlich ist die schwierigste Aufgabe für Juristen nicht etwa, Gesetze zu kennen, sondern diese richtig auszulegen. Trotz Paragrafenstudel ist das Jura-Studium nicht total theorielastig, immerhin üben Jura-Studenten an realen alltäglichen Fällen und simulieren in so genannten 'Moot Courts' bereits lange vor dem Examen Gerichtsverhandlungen.

Psychologie

Dichtung: Wer Psychologie studiert, hat viel mit Menschen zu tun und hilft ihnen bei der Problembewältigung. Psychologie-Studierenden lernen, Therapiesitzungen durchzuführen, und eröffnen gleich nach dem Studium ihre eigenen Praxis.

Wahrheit: Tatsächlich besteht das Studium aus viel trockener, naturwissenschaftlicher Theorie. Es geht nämlich nicht nur um Seelenkunde, sonder auch um Statistik. Die Methodenlehre nimmt im Studium viel Raum ein, denn Psycholog:innen müssen wissen, wie sie Studien planen, durchführen und analysieren können. Und wer vestehen möchte, wie das menschliche Gehirn funktioniert, sollte auch mit Biologie nicht auf Kriegsfuß stehen. Achtung: Nicht alle Psycholog:innen sind Psychotherapeut:innen! Nur etwa die Hälfte der Absolvent:innen arbeitet in der Therapie, außerdem ist dafür nach dem Studium eine Zusatzausbildung nötig.

Informatik

Dichtung: Ist nur etwas für absolute Nerds, die C++, Java und Co. im Schlaf beherrschen. Im Studium geht es vor allem um Programmierung. Und Gott sie Dank nicht um Sprachen!

Wahrheit: Programmierung ist ein Bestandteil des Studiums. Daneben spielen zum Beispiel auch Bildverarbeitung, Datenbanksysteme oder künstiliche Intelligenz eine Rolle. Ein ausgeprägtes Vorwissen in Sachen Programmierung ist weniger wichtig als gute Mathe-Kenntnisse, denn linearer Algebra, Stochastik und Co. begegnet man im Studium häufig. Auch vor Sprachen sollte man sich als Informatik-Student:in nicht scheuen: Manche Veranstaltungen finden komplett auf Englisch statt. Selbst die Sprachwissenschaft ist ein Thema, schließlich werden Programmiersprachen nach Prinzipien konstruiert, die der grammatikalischen Struktur natürlicher Sprachen ähneln.

Medizin

Dichtung: Mediziner:in kann nur werden, wer das Latinum in der Tasche hat - und den Ehrgeiz, seinen/ihren Doktor zu machen. Im Studium wird es nicht langweilig, denn man hat ständig intensiven Kontakt mit Patient:innen.

Wahrheit: Im ersten, vorklinischen Abschnitt des klassischen Medizinstudiums haben die Studierenden zwei Jahre lang so gut wie gar keinen Umgang mit Patient:innen - hier gilt erst mal, sich die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Medizin anzueignen. Das Latinum ist hingegen gar keine Voraussetzung für angehende Mediziner:innen, und man kann auch als Arzt/Ärztin arbeiten, ohne vorher seine Doktorarbeit zu schreiben.

Quelle: Einstieg Magazin, No 3-2013, S. 50